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Katharina Jahnke: Frozen States (Neon und Nebel)
64 Seiten, 48 Abbildungen, s/w, 19,6 x 12,9 cm
Köln, März 2010
... als ich mich entschieden hatte, leidenschaftlich auf meine gekreuzten Beine zu sehen. Diese Falten in
meiner Hose - welch ein Labyrinth unendlich bedeutsamer Vielfältigkeit! Und das Gewebe des grauen
Flanells - wie reich, wie tief bedeutsam und geheimnisvoll üppig! ... so waren die Falten meiner grauen
Flanellhose mit "Istigkeit" geladen.
Aldous Huxley, "Die Pforten der Wahrnehmung", 1954
Die Arbeit von Katharina Jahnke (geb. 1968) beschreibt sich als eine fortlaufende Untersuchung von
Wahrnehmungszuständen, mythologischen Zeichen und ihrer Bedeutung sowie der Ambivalenz eben
dieser Bedeutungsbeimessungen. Das vorliegende Taschenbuch sammelt, ganz in der Tradition des
Künstlerheftes,unkommentiert und assoziativ angeordnet, jüngste Arbeiten, Fotografien, Collagen,
Zeichnungen und skulpturale Modelle als Fragmente dieser Untersuchungen.
Kern der Rahmenhandlung ist hier die Fotoserie "Frozen States" (2009/2010), die teils in einem Spazier-
gang Momente in der Natur betrachtet, teils eigene Interventionen in der Landschaft dokumentiert.
"Frozen States" ist ein der Psychologie entlehnter Begriff und steht für die Manifestation von Zustand
und Emotion im Bild. Dieser suggestive Raum der Konzentration entspricht hier sowohl dem suggestiven
Raum der Collage, im einzelnen Bild wie in der Abfolge der Seitengestaltung, wie auch dem Zustand der
Trance bei Huxley. In der Fortsetzung des Titels, “Neon und Nebel”, konterkariert Jahnke einen weiteren
Buchtitelvon Huxley, "Himmel und Hölle" (1956), der sich mit der Beeinflussbarkeit von Bewusstseins
zuständen - über Drogeneinnahme, aber auch über Meditation, sowie über spezifische bzw. eingeschränk-
te Ernährung - auseinandersetzt und damit schlussendlich die Nicht-Erfahrbarkeit von Realität
konstituiert.
So liest sich dann auch Fotoserie und Bildersammlung als eine assoziative und halluzinatorische Bild-
geschichte, die sich in einzelnen Skulpturen und Settings verankert. Die Publikation bietet hier einen
Einblick in den thematischen Kosmos und die Arbeitweise von Katharina Jahnke, bleibt aber Fragment
eines im Betrachter weitergeführten Gesamtbildes, das immer unvollständig bleiben muss.
